Pflanze des Monats

Scharbockskraut – ein gelbes Blütenmeer

Im April überzieht ein gelbes Blütenmeer von Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) naturnahe Blumenbeete. Der kleine gelbe Frühblüher hat einiges von sich zu erzählen.

Betrachtet man die Pflanze genau, sieht man, dass neben Blättern, Stängeln, Blüten und der Wurzel noch sogenannte Wurzelknollen knapp unter der Erdoberfläche liegen. Das sind  Stärkespeicher, aus der die Pflanze ihre Energie für das Austreiben im nächsten Jahr bezieht. Denn im Mai ist ihr Auftritt schon wieder vorbei – sie verwelkt und zieht sich in die Erde zurück.

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Der Name geht auf die frühere Verwendung gegen Skorbut – früher Scharbock genannt, zurück. Die glänzend grünen Blätter enthalten nämlich sehr viel Vitamin C und wurden früher als erstes Frühlingsgrün gegen diese Krankheit verwendet.

Als Wildgemüse für Salate oder als Spinat sollte man nur junge Blätter ernten, denn ab der Blüte bildet sich in den Blättern das scharf schmeckende, schwach giftige Protoanemonin. Das kann die Schleimhäute reizen und zu Übelkeit und Erbrechen führen. Die Blütenknospen kann man wie Kapern in Essig einlegen.

Für Bienen, Schwebfliegen & Co sind die gelben Scheibenblumen ein Nektarparadies. Die Blütenblätter haben einen Fettglanz, die oberste Hautschicht ist durch Carotinoide gelb gefärbt. Darunter befindet sich eine zweite Schicht, in der Stärke eingelagert ist. Und genau das verstärkt das leuchtende gelb.                                                                          An der Basis der Blütenblätter fehlt der Fettglanz – das UV Licht wird in diesem Bereich nicht bis kaum reflektiert. Für uns unsichtbar, für Insekten aber ein Wegweiser (Flecksaftmal) zum gesuchten Nektar. Raffiniert!

Die Pflanze bildet – was bei Pflanzen eher selten ist – kaum Früchte bzw. Samen. Sie vermehrt sich über Bulbillen. Das sind getreidegroße, weiße Knöllchen, die in den Achseln der Blätter entstehen. Diese Brutknöllchen fallen zu Boden und wachsen zu neuen Pflanzen aus.

Die Bulbillen könnte man auch, in Essig eingelegt, essen. Besonders nach starkem Regen fallen diese Knöllchen in Massen ab. Das getreideartige Aussehen gab der Pflanze auch den Volksnamen Himmelsmehl oder Erdgerste.  SM

 

 

 

 

Der Faulbaum

Wenn man nichts über ihn weiß, ist der Faulbaum (Frangula alnus) ein unscheinbarer kleiner Baum, der max. 3-4 m hoch wird. Doch zur Blütezeit erwacht er so richtig zum Leben: die kleinen Trichterblumen bieten ihren Nektar offen an und unzählige Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge schwirren von Blüte zu Blüte. 300 verschiedene Blütenbesucher werden in der Literatur angegeben. Wenn man an einem sonnigen Tag unter dem kleinen Baum steht, hat man fast das Gefühl man steht unter einem Hochspannungsmasten.

Die Blätter sind Raupenfutter für den Zitronenfalter –  da die kleinen, grünen Raupen so gut getarnt sind, habe ich leider noch nie eine gesehen. Die Früchte, zuerst rot dann schwarz, sind ein beliebtes Vogelfutter – ich hoffe, die Früchte lenken die Vögel von den Raupen und Puppen des Zitronenfalters ab.

Die Rinde wirkt abführend und wird in der Volksheilkunde als Abführmittel verwendet. Das Holz eignet sich zur Herstellung bester Holzkohle – beides für mich keine Option, aber interessant.

Da ein Schwerpunkt in unserem Garten Raupenfutterpflanzen für Schmetterlinge ist, habe ich einen zweiten Faulbaum gepflanzt. Vor 20 Jahren wurde ich als „Exotin“ betrachtet, als ich in einer Gärtnerei nach einem Faulbaum gefragt habe. Glücklicherweise hat sich da ein neues Bewusstsein entwickelt: heuer wurde ich selbstverständlich in die Abteilung der heimischen Wildsträucher verwiesen.

Zarte Schönheit – die Schachbrettblume

Eine der ersten Pflanzen, die ich in unserem Garten gepflanzt habe, war die Schachbrettblume (Frittilaria meleagris). Ihr natürlicher Standort sind feuchte Wiesen, in Österreich kommt sie wild nur im Südburgenland und in der Steiermark vor. Es hat lange gedauert, bis ich einen geeigneten Platz im Garten gefunden habe, wo sie sich dauerhaft wohl fühlt: im nicht allzu feuchten Sumpfbeet. Gemeinsam mit der Sumpfdotterblume, der Rosenprimel und dem Wiesenschaumkraut sind sie dort im Frühjahr ein Hingucker.

Die zarten, schachbrettartig gefärbten Blütenblätter sind so unglaublich zart, dass man fast hindurch durchschauen kann. Nach nur wenigen Tagen verabschiedet sich die zarte Schönheit leider schon wieder und zieht sich bis nächstes Jahr in die Zwiebel zurück. Ich warte allerdings immer ab, bis sich Früchte gebildet haben. Aus der Kapselfrucht werden zahlreiche Samen ausgestreut – zwei Exemplare haben sich so schon selbst angesiedeltSM

 

 

 

 

 

 

Weiden – großer Auftritt

Sie sind eine der ersten Frühblüher, die Wildbienen, die Honigbiene, Schmetterlinge und Schwebfliegen mit Nektar und Pollen versorgen. Die Weiden sind zweihäusig – die männlichen Blüten mit den gelben Pollensäcken und die Weibchen mit dem unauffälligen Fruchtknoten kommen auf zwei verschiedenen Pflanzen vor. Oft kann ich auch Meisen beim Blütenpicken beobachten. Ob sie den Pollen oder schon die ersten Blattläuse fressen, habe ich noch nicht herausgefunden.

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