Wilde Ecken

Kröten

Erdkröten (Bufo bufo) sind dämmerungsaktiv, den  Tag verbringen sie geschützt vor Sonne und Feinden unter Steinen, Totholz, Laub oder sie graben sich in die Erde ein. In der Nacht ziehen diese warzigen Froschlurche durch den Garten und verspeisen Insekten, Spinnen, Würmer, Asseln und kleine Schnecken – von denen wir ja jede Menge zu bieten haben.

Vor Feinden schützen sie sich durch giftige Sekrete, die sie über die Haut absondern. Neben Katzen, Mardern und Ringelnattern können ihnen auch Kanalgitter und Lichtschächte zum Verhängnis werden. Wir haben heuer schon zwei erwachsene Kröten aus so einem Gefängnis befreit, wenn wir das nicht zufällig bemerkt hätten, wären sie verendet.

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Unser Schwimmteich war heuer im Frühjahr ein Krötentreffpunkt: 14 Männchen und Weibchen veranstalteten dort ihr Hochzeitsritual, das in Unmengen von Laichschnüren endete, die sie um die Wasserpflanzen wickelten. Die Balzrufe der Männchen sind wegen der fehlenden Schallblase glücklicherweise sehr leise. Man hörte nur ein bescheidenes „ooink, ooink“.

Aus den Laichschnüren entwickeln sich Unmengen von Kaulquappen. Warum auch immer, diese kleinen, schwarzen Tierchen rotten sich zu einem riesigen Schwarm zusammen und ziehen gemeinsam auf Futtersuche durch den Teich. Sie weiden Algen auf Steinen, Pflanzen und Holz ab. Der positive Effekt ist, dass der Teich nahezu algenfrei  wird und die Steine gut geputzt werden.

Nach ca. zwei Monaten gehen die fertig entwickelten Kröten an Land, sie leben unter Steinen, Holz und den von mir aufgestellten „Kröten, Frosch- und Molchbehausungen“. Auch unter den Blättern des Frauenmantels verstecken sie sich gerne. Seit mir dies bewusst ist, verwende ich weder Motorsense noch sonst ein elektrisches Gerät. Auch wenn es mehr Arbeitsaufwand bedeutet, die Pflanzen mit der Handschere zu schneiden – wenn mir dann so ein kleiner Winzling entgegenspringt, weiß ich, dass es sich gelohnt hat. SM

 

Schmetterlinge

Ein Naturgarten kann Lebensraum für zahlreiche Schmetterlinge sein. Nektarpflanzen wie Blutweiderich, Weidenkätzchen, Günsel, Lavendel oder Thymian locken die zarten Schönheiten in unsere Gärten. Mit ihrem Saugrüssel, der je nach Art zwischen wenigen Millimetern bis einigen Zentimetern lang sein kann, saugen sie den süßen Zuckersaft aus den Blütenröhren.

Mit einer Auswahl von bestimmten Raupenfutterpflanzen kann man zahlreiche Schmetterlinge zur Eiablage in den Garten locken: Faulbaum für den Zitronenfalter, Brennnesseln für das Tagpfauenauge, Schlehe für den Schlehenzipfelfalter, Hauhechel für den Hauhechelbläuling u.v.m.

Der Schwalbenschwanz, einer der größten und farbenprächtigsten Tagfalter bei uns, legt die Eier gezielt auf Dill, Fenchel, Karotten, Haarstrang, Petersilblätter etc. ab. Das Schwalbenschwanzweibchen heftet genau zwei Eier pro Pflanze an die Blätter. Auch bei der Auswahl des Standortes ist sie sehr wählerisch: volle Sonne und möglichst einzelstehend.

 

Die Raupen und Puppen sind sehr selten zu finden. Gut getarnt oder gut versteckt, entdeckt man sie beim Jäten und kann sich freuen, dass die Raupenfutterpflanze angenommen wurde. Manchmal verraten auch Fraß– oder Kotspuren die erhofften Gäste.

Zum Verpuppen verlassen die ausgewachsenen Raupen die Futterpflanze. An eine geschützten Platz z.B. an einem Zweig in einem Strauch verwandelt sich die Raupe in eine Puppe. Mit Seidenfäden angeheftet und gut getarnt verbringt sie dann manchmal bis zu einem halben Jahr an diesem Ort. In der Puppe vollzieht sich das Wunder der Metamorphose – die Raupe löst sich bis auf wenige Zellen vollständig auf und aus der „Masse“ bildet sich dann der „erwachsene“ Schmetterling (Imago).

Beim Schlüpfen bricht die Puppe an vorgesehener Stelle auf. Der Falter schlüpft heraus und pumpt eine blutähnliche Flüssigkeit in die Flügel und ist dann bereit für die Partnersuche.

Schädlinge unter den Schmetterlingen gibt es wenige: Apfel- und Pflaumenwickler, Kohlweißling, die Salateule und seit wenigen Jahren der Buchsbaumzünsler. Wenn diese Raupen überhand nehmen, kann man sie absammeln oder mit einer Pheromonfalle anlocken.

 

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