Gemüsegarten

Düngen – aber womit?

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Es kann sich nur mehr um Tage handeln, bis der Boden im Gemüsebeet soweit abgetrocknet ist, dass der erste Salat ausgepflanzt werden kann.

Seit 2 Wochen bin ich schon auf „Schneckenjagd“. Unter den Brettern zwischen den Beeten habe ich schon 150 Stück erwischt – aber daran will ich jetzt nicht denken.

Bevor ich den Salat auspflanze, werde ich den Boden noch schonend vorbereiten: mit dem Sauzahn sanft lockern und dann düngen.

Aus den Dünge- Erfahrungen und Versuchen des letzten Jahres, habe ich heuer konkrete Pläne, was ich womit dünge.

Kompost kommt auf alle Beete, egal ob für Schwachzehrer wie Radieschen oder für Starkzehrer wie Lauch. Er versorgt die Pflanzen nachhaltig mit Phosphor und Kalium, ist gut für den Humusaufbau, die Bodengesundheit, reich an Bodenorganismen, Huminsäuren, etc. – sozusagen das Herzstück der Düngung.

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Nur Stickstoff ist meistens etwas zu wenig vorhanden. Den bekommen die Pflanzen über Brennnesseljauche, Schafwolle und letztes Jahr erstmals verwendet, Fledermausdünger. Alle Beete mulche ich wöchentlich mit einer dünnen Schicht Grasschnitt. So kann man die Bodenstruktur verbessern und durch den Abbau des Grasschnittes wird langsam und kontinuierlich ebenfalls Stickstoff freigesetzt.

Zwiebel, Lauch und Knoblauch bekommen eine Brise Fledermausdünger. Zucchini, Sellerie und Kohlgewächse lege ich in die Pflanzgrube eine Handvoll Schafwolle,  Schafwollfließ verwende ich auch zum Mulchen. Paprika, Tomaten und Kürbis bekommen beides.

Brennnessel habe ich selbst im Garten, sie werden vor dem Verjauchen untersucht, ob nicht Eier vom Tagpfauenauge oder dem Kleinen Fuchs drauf sind. Zusätzlich gebe ich noch ein paar Beinwellblätter, Schachtelhalm oder Schafgarbe dazu.

Schafwolle beziehe ich von einem Biobauern aus dem Oberland und der Fledermausdünger stammt ebenfalls aus Tirol.

Früher habe ich Hornspäne oder einen organischen Dünger aus dem Geschäft verwendet. Bis ich recherchiert habe, wo denn die „Zutaten“ eigentlich herkommen. Die Hornspäne stammt in der Regel aus Brasilien oder Indien. Die „tierischen Nebenprodukte“ (Kategorie 3) im organischen Dünger kommen von Schlachtabfällen, Tierblut, Federn, Geflügelköpfe,  Eintagsküken etc. ….. Wahnsinn, was ich da unwissend auf unser Gemüsebeet aufgebracht habe! SM

 

 

Das Gemüsebeet im Winter

Obwohl der Sommer heiß und trocken war und wir viel gießen mussten, war und ist die Ernte heuer sehr gut. Ob es am erstmals ausprobierten Schafwoll– und Fledermausdünger oder dem Wetter gelegen hat, kann ich nicht sagen. Vielleicht bin aber wieder ein bißchen routinierter als letztes Jahr.

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Das Frühjahr 2018 war schneckenmäßig im Gemüsebeet ein Alptraum. Ich erinnere mich noch an die vielen Nächte, die ich damit verbrachte die kleinen glitschigen Ackerschnecken von den jungen Pflanzen abzuklauben. Geendet hat das, dass ich die Mulchschicht entfernt habe, den Boden fest geklopft habe, Verstecke aus Brettern ausgebracht habe und kurz vor dem Aufgeben war. Deshalb habe ich heuer schweren Herzens das Gemüsebeet im Herbst nicht gemulcht. Wenn man weiß, wie wichtig eine Mulchschicht für die Bodenorganismen, den Bodenaufbau und die Bodengesundheit ist, fällt einem das wirklich sehr schwer.

Die Bretter kontrolliere ich an frostfreien Tagen immer noch. Bis vor 2 Wochen habe ich wöchentlich bis zu 50 Schnecken gefunden – ein Rätsel wo die immer noch her kommen. Übrigens waren es heuer an die 11.000 Schnecken, die ich ins Jenseits befördert habe – trotz des heißen Sommers.

Das Wintergemüse ernte ich vor zu, die Wintersalate wie Zuckerhut, Endivien und Chinakohl halten zwar ein bißchen Frost aus, aber wenn es jetzt unter – 5° bekommt, werde ich sie ernten, in Zeitungspapier einschlagen und in der Garage lagern. So kann man den Salat 3-4 Wochen einlagern.

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Für das Glashaus werden wir einen Frostwächter kaufen, der sich nur bei Minusgraden einschaltet. Wir dürfen nur aufs Gießen nicht vergessen, was im Winter wirklich umständlich ist, da ja das Gartenwasser abgedreht ist. Und wenns wieder zu warm wird, müssen wir natürlich auch Lüften, sonst fördern wir eine Blattlauszucht. Die 40 Endiviensalate reichen dann wohl bis ins neue Jahr. SM

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Blütenendfäule

so heißt diese Krankheit. Und genau genommen bin ich die Ursache. Die Tomaten nehmen zuwenig Calcium auf. Bei mir kann es nicht am Boden liegen, wir haben extrem kalkhaltiges Wasser. Das heißt, ich gieße zu wenig. Seit ein paar Tagen gieße ich mehr und wie es aussieht, die Früchte sind wieder perfekt.

Ach ja, die Früchte hätte man essen können, weil durch den Calcium-Mangel eigentlich nur die Zellen zerstört werden und der Rest in Ordnung ist. Leider habe ich sie bereits entsorgt.

 

Mulchen im Gemüsegarten

In der Natur findet man – außer wenn der Mensch eingegriffen hat – keine Bereiche, wo die Erde offen und unbedeckt ist. Gräser, Wildkräuter, Steine oder Laub liegen der obersten Humusschicht auf. Tut sich eine Lücke auf, ist diese nach kurzer Zeit wieder bewachsen. In einem biologisch bewirtschafteten Garten wird nach dem Vorbild der Natur offene Erde immer mit einer Mulchschicht bedeckt.

Unser Gemüsebeet mulche ich wöchentlich mit einer dünnen Grasschicht, klein geschnittenem „Unkraut“, das beim Jäten anfällt oder mit Kräutern wie Frauenmantel, Beinwell, Brennnessel und Schnittlauch. Das Mulchmaterial bringe ich zwischen den Pflanzen und auch auf den Wegen so dünn auf, dass es innerhalb eines Tages abtrocknet und sich nach einer Woche schon so mit der Erde verbunden hat, dass man es kaum mehr sieht. Ist die Mulchschicht dünn, können sich keine Nacktschnecken darunter ansiedeln.

Das Bedecken der obersten Humusschicht hat viele Vorteile: Unkrautsamen können nicht keimen, die Erde kann nicht so schnell austrocknen, unter der Mulchdecke herrschen gleichmäßig warme Bedingungen und bei starken Regengüssen ist die Erde vor Verschlämmung besser geschützt. Aber das allerwichtigste, das ich beobachtet habe ist, dass sich durch das regelmäßige Mulchen der Humusanteil im Boden unglaublich erhöht hat. Regenwürmer, Springschwänze, Asseln, Saftkugler, Milben u.v.m. fressen das abgestorbene Pflanzenmaterial und wandeln es in Humus und für Pflanzen verfügbare Nährstoffe um.

Rindenmulch und Häckselgut von Bäumen und Sträuchern sind zum Mulchen ungeeignet. Der Boden kann dadurch versauern und beim Abbau des kohlenstoffreichen Holzes verbrauchen die Mikroorganismen viel Stickstoff, der dann als Dünger fehlt.

Dem Winter zum Trotz – unser Glashaus

Im Sommer wachsen unsere heißgeliebten Tomaten und Paprika im Glashaus. Mitte Februar habe ich Kresse gesät und Pflücksalat gepflanzt. Und der Radicchio vom Herbst sprießt auch schon vielversprechend.

Auch wenn beim heutigen Schneefall eiskalte Wintergefühle aufkommen – Mitte April werde ich schon die vorgezogenen Tomaten setzen. Dann muss der Salat und alles sonstige Grün gegessen sein oder ins Gemüsebeet übersiedeln. Vor zwei Jahren habe ich zum Salat die jungen Tomatenpflanzen gesetzt – der Salat wurde wegen der hohen Tagestemperaturen zur Blattlauszucht. Die Blattläuse haben sich dann die Tomaten erobert und ich war ziemlich beschäftigt, sie wieder los zu werden.

Experiment Süßkartoffel

Im Gartenjahr 2017 habe ich zum ersten Mal den Anbau von Süßkartoffeln gewagt. Die fünf Pflanzen habe ich im Topf gekauft, Mitte Mai ausgepflanzt und Mitte Oktober unglaubliche 12 kg geerntet. Das ist aber leider das Ende der Erfolgsgeschichte, denn bis auf eine Knolle habe ich die ganze Ernte nach Weihnachten im Kompost entsorgen müssen. Ich hätte mich da wohl ein bisschen über Anbau, Ernte und Lagerung informieren sollen! Und das werde ich heuer nachholen.

Die Süßkartoffel stammt ursprünglich aus Südamerika und gedeiht am besten bei Temperaturen von 26 – 30°C, guter Wasserversorgung bzw. hoher Luftfeuchtigkeit. Bei der Reife liebt sie es heiß und trocken, ab 10° bekommt sie bereits Kälteschäden. Weiters braucht sie einen wasserdurchlässigen, sandig-lehmigen Boden und beim Ernten darf man die empfindlichen Wurzelknollen nicht verletzen, sonst faulen sie. Sie ist nur begrenzt lagerfähig und unter den genannten Bedingungen braucht sie vom Setzen bis zur Ernte 4-6 Monate. – Wen jetzt der Mut und die Lust verlassen hat, rate ich zur Kartoffel. Sie stammt auch aus Südamerika, ist nicht mit der Süßkartoffel verwandt und in der Kultur völlig unkompliziert.

Ich werde es heuer wieder wagen, denn die Ernte letztes Jahr war ja sehr gut.

Gewinnung der Setzlinge:  Ich habe eine Süßkartoffel in einem Topf mit Aussaaterde halb eingegraben und ans sonnig/warme Fenster gestellt. Eine zweite Süßkartoffel habe ich ebenfalls halbiert und 1/2 cm über der Wasseroberfläche in einem Glas fixiert. Um das tropische Klima nachzuahmen, gieße ich bis zu 2x am Tag. Jetzt warte ich, dass aus der Wurzelknolle Sprosse wachsen, die ich dann abschneiden und zum Bewurzeln in die Erde setzen werde.  – Und tatsächlich haben sich nach 2 Wochen im Wasserglas erste Sprosse gezeigt. Jetzt warte ich noch ein paar Tage, ob sich im Topf mit der eingegrabenen Knolle auch etwas tut.  Fortsetzung folgt. SM

 

Fruchtmumien an Obstbäumen jetzt entfernen

Wer jetzt noch Fruchtmumien an Äpfel- Zwetschken,- Kirschen- oder Pfirsichen findet, sollte diese so schnell als möglich entfernen. Auf den verschrumpelten Früchten mit schwarzem Belag warten schon die Sporen der Pilze Monilia fructigena und Monilia laxa auf eine günstige Gelegenheit, um ihr Unwesen zu treiben.

Bei feuchtkühler Witterung werden die Sporen durch Regen, Wind oder Insekten auf die Blütenknospen übertragen. Öffnet sich die Blüte können sie über die Narbe, die Staubbeutel oder den Blütenboden in die Pflanze eindringen. Der Pilz verstopft dann die Wasserleitungsbahnen – die Triebspitzen sterben ab (Spitzendürre).

Durch eine Verletzung der Frucht, z.B. durch ein Bohrloch des Apfelwicklers, können die Sporen auch die Frucht befallen. Zunächst entsteht ein brauner Fleck mit weißen Punkten (Sporenlager), der sich nach und nach über die ganze Frucht ausbreitet (Fruchtfäule).  Die Sporen überwintern in der Frucht und sind jetzt bereit, sich zu verbreiten.

Die konsequente Entfernung der Fruchtmumien vom Baum und vom Boden sowie das Abschneiden der dürren Zweigspitzen ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme. Die Mumien und Zweige sollten über den Restmüll entsorgt werden. SM

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Fruchtmumie einer Zwetschke

Endlich, es ist Zeit die Tomaten auszusäen!

Morgen, 8. März ist laut Mondkalender ein gutes Zeichen, um Pflanzen auszusäen. Wir haben letztes Jahr Samen von den Tomaten, die uns hervorragend geschmeckt haben, gesammelt und heute werden sie vorbereitet:

Beschriftet, mit Wasser befeuchtet.

Morgen werde ich sie auf die feuchte Erde legen und nur mit einer ganz dünnen Schicht Erde bedecken, die ich ständig feucht halte. Mal schauen, wann die ersten keimen! SH

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